Fotos: Eibe Schönnecken
Haus der Gemeinschaft, Regionale Schule Pellenz
o5 architekten + ingenieure - raab hafke lang (Frankfurt/M.)
Bauzeit: 2006-2008
Ein Haus zum Leben und Lernen

Dank dem neuen Erweiterungsbau funktioniert die Regionale Schule
Pellenz in Plaidt jetzt auch als Ganztagsschule. Der flache Quader
umfasst neben einer Mensa auch eine Aula für Musik- und Theater-
aufführungen, auf die die Schule wegen ihrer musischen Ausrichtung
Wert legt.

Die für eine Ganztagsschule wichtige Funktion des Neubaus spiegelt
sich in seiner zentralen Positionierung auf dem Schulhof wider. Das
kompakte Volumen ergibt sich aus den unterschiedlichen Anfor-
derungen an das "Haus der Gemeinschaft" als Zentrum schulischer
Aktivitäten. 

Schützender Treffpunkt

Bestimmende Materialien sind Holz und sandgestrahlter Sichtbeton.
Dieser stellt einen Bezug zum Altbau her, der in Stahlbeton-Skelett-
bauweise errichtet wurde. Die lichtdurchfluteten Innenräume des
Hauses sind mit bündig verschraubten Sperrholzplatten aus Birke
ausgekleidet, die für eine anheimelnde Atmosphäre sorgen.

Auffallend sind die tiefen Holzlaibungen und -gewände, welche die
Fenster und den Eingang der Mensa betonen. Im Vestibül des Ein-
gangs schaffen sie einen schützenden Treffpunkt für die Schüler auf
der Schwelle zwischen Innen und Außen.   

2011 zeichnete die Architektenkammer Rheinland-Pfalz den Bau     
mit dem Architekturpreis der Kammer aus.

Architektur als Hebamme

Was für den Glauben gilt, dass er ein (geeignetes) Haus braucht,     
gilt für jede menschliche, auch schulische Aktivität. Selbst wo sich  
das Leben auf der Straße abspielt, tut es dies nur, wenn die Straße
passend bebaut ist, Aufenthaltsqualität bietet. Passende Architektur
ist schöne Architektur. Schön ist, was uns dazu antreibt, ebenfalls
"schön" zu sein, unser Potential zu heben. Nach Eltern und Lehrern
sind Gebäude unsere dritte Hebamme. Gute Architektur ist ein
Menschenrecht.    
Architekturen // Schulmensa
"Ein Schulgebäude muss mehr sein   als eine Aneinanderreihung von Klassenräumen. Vielmehr soll die Architektur ihre soziale Funktion erfüllen, Treffpunkt werden in einer städtischen Umgebung, deren Lebensraum in der Vergangenheit durch Fabriken und Industrieanlagen weitgehend zerstört wurde."    

Christoph Parade, Architekt der Gesamtschule Barmen in Wuppertal, die mit dem Deutschen Schulpreis 2015 ausgezeichnet wurde
"Wir Höhlenbewohner pflegen die alte Schule des Tiefbaus - ohne Hilfsmittel, nur mit den eigenen Pfoten."
"Wenn Arbeit adelt, gehören wir zum europäischen Hochadel, Freunde!"
"Wir haben oft erlebt, wie sehr ein Gebäude das Leben von Menschen verändert. Wenn Schüler aus einem dunklen Gebäude ausziehen und in einen gut gestalteten Neubau übersiedeln, kann das nicht nur ihr Verhalten ändern, es kann auch dazu führen, dass sich ihre Leistungen verbessern."         Sir Norman Foster
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